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Horatiu
Radulescu, 1942 in Bukarest geboren, 1969 nach Paris übergesiedelt,
lebt heute in Vevey. Seit seiner Studienzeit in Bukarest war Radulescu
fasziniert davon, die in jedem Klang enthaltenen Mikrophänomene hörbar
zu machen. 1969 begründete er durch sein Stück Credo für neun Celli die
spektrale Kompositionstechnik, die er 1973 in seiner Schrift Sound
Plasma - Music of the Future Sign erläuterte. Radulescu
erhielt Kompositionsaufträge von allen renommierten internationalen
Festivals neuer Musik, von zahlreichen Interpreten, Rundfunkanstalten
und Stiftungen sowie von den Kultus-ministerien Frankreichs und
Deutschlands. Seit 1971 wurde Radulescu in zahlreichen Sendungen in
Rundfunk und Fernsehen in Europa, Nord- und Südamerika, Israel, Japan
und Australien bekannt. Sein umfangreiches Oeuvre, für das er
glanzvolle Auszeichnungen erhielt, umfasst Werke für Orchester,
Soloinstrumente, Stimme, aber auch für unkonventionelle Besetzungen wie
etwa 40 Flötisten mit 72 Flöten. Es verbindet poetisch-religiösen
Ausdruckswillen mit konstruktiver Formkraft, forschendes Durchdringen
der Möglichkeiten der Spektralkomposition mit klangsinnlicher
Erfindung. Dabei zählen mehrschichtige Zeitabläufe, ihre
Strukturierung, Wahrnehmung und geistige Aussagekraft zusammen mit der
Entfaltung spektralen Komponierens zu zentralen künstlerischen
Anliegen. In den geheimnisvollen Klanglandschaften seiner Partituren
mit so bedeutungsvollen Titeln wie Lamento di Gesù, Angolo divino,
awakening infinity, Do Emerge Ulimate Silence, praciticing eternity
u.a. laufen mehrere Wahrnehmungsebenen in bewusst kalkulierter
Gleichzeitigkeit ab, erzeugen aber in ihrem Miteinander ein Gefühl
magischer Trance und Verschmelzung. Schon 1979
schrieb Olivier Messiaen: “Radulescu ist einer der originellsten jungen
Musiker unserer Zeit, der zur Erneuerung der musikalischen Sprache
beigetragen hat.” und in Le Monde de la Musique, Paris apostrophiert
Jean-Noël von der Weid Radulescu als den "grössten Innovator der Musik
von heute”. Radulescus jüngstes Werk “Cinerum”
wurde im Februar 2005 vom Hilliard Ensemble im Rahmen des festival
religio musica nova uraufgeführt und von Radio DRS 2 übertragen. website
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